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Heimat_mobil

Die Pläne liegen auf dem Tisch, der Zuschuss des Bayerischen Ministeriums der Finanzen und für Heimat ist bewilligt – jetzt heißt es, auf Hochtouren weiterarbeiten am Projekt „Heimat_mobil“, das die Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberpfalz in den nächsten Monaten auf die Straße bringen will. Mit ihm soll den Menschen die Oberpfalz als Region und Heimat noch näher gebracht und das Bewusstsein für regionale Kultur und Identität geweckt werden.

Das Projekt umfasst zwei Bereiche: Zum einen einen digitalen Bereich, der als Web-App nutzbar sein wird, zum anderen in Form eines Fahrzeugs als „rollendes Schweizer Taschenmesser“, das durch die Oberpfalz reisen soll und sie als vielfältige und reiche Kulturregion zeigt. „Ich bin überzeugt, dass auch dieses zusätzliche Kulturangebot bei den Menschen vor Ort gut ankommen wird und eine hohe Akzeptanz erhält“, urteilt Bezirkstagspräsident Franz Löffler.

Zentrale Idee ist, die Menschen – vor allem im ländlichen Raum – zur konkreten Mitgestaltung ihrer Heimat anzuregen. „Die Oberpfälzer sollen Bilder, Objekte und Sprachbeispiele digital einbringen“, ruft stellvertretender Bezirksheimatpfleger Florian Schwemin zum Mitmachen und Mitgestalten auf. Durch interaktive Elemente und Apps haben sie beispielsweise die Möglichkeit, sich am Aufbau einer Sprachdatenbank oder einer virtuellen Ausstellung mit Heimat-Objekten zu beteiligen. So soll ein Bild der regionalen Identität entstehen, das von den Menschen in der Oberpfalz selbst gestaltet und mit Leben erfüllt wird. Als Anlauf- und Vernetzungsstation bringt das Projekt über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg Kulturschaffende, Veranstalter und Bevölkerung zusammen und fördert so den Austausch. Das rollende „Heimat_mobil“ kann auch als Bühne für Konzerte, Lesungen oder Kunstausstellungen dienen. Es wird auf Veranstaltungen wie Volksfesten, Märkten und Messen präsent sein.

Die interaktiven digitalen Applikationen können die Besucher über ihre Endgeräte nutzen. „Somit ist das Mobil Botschafter für einen modernen, multimedialen Zugang zu regionaler Kultur, der reale Angebote mit virtuellen sinnvoll verknüpft und vernetzt“, erläutert Schwemin.

Die digitale Anwendung und die Ausstellungsstücke werden vielfältige Aspekte regionaler Kultur präsentieren. Dazu gehören kulturhistorische Elemente wie alte Trachtenstücke, Instrumente oder Werkzeuge, aber auch moderne Seiten wie zeitgenössische Oberpfälzer Produkte aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung sowie Werke aus Kunst und Musik. Dadurch besteht die Möglichkeit, ein wirklichkeitsnahes Bild der Oberpfalz jenseits der Klischees von Erdäpfeln und Steinen nach außen zu tragen.

Durch die möglichst vielschichtige und umfassende Präsentation der Oberpfalz als lebenswerte Region mit interessanter Historie im Herzen Europas sollen die Identifikation mit und das Interesse für die Region gesteigert werden.

Gefördert wird das Projekt „Heimat_mobil“ vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat mit 176.220 Euro. Den entsprechenden Förderbescheid überreichte Finanzminister Albert Füracker Bezirkstagspräsident Franz Löffler im Juli. Der Zuschuss kommt aus dem Fördertopf für Regionale Identität, der den Verfassungsauftrag für gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern sichern soll.