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Die Kulturpreisträger 2026 stehen fest

Zahlreiche hochkarätige Bewerbungen machten die Auswahl für Fachjury und Bezirksräte schwer. Doch jetzt stehen die neun Preisträger fest. Sie kommen aus allen Ecken der Oberpfalz.

Flossenbürg/Regensburg, 10.07.2026 - Rund 130 Bewerbungen – das ist das Ergebnis der diesjährigen Ausschreibung der Kultur-, Denkmal- und Jugend-Kulturförderpreise des Bezirks Oberpfalz. Aber viel mehr als auf die Anzahl kommt es auf das Wie und Was der Bewerbungen an, sagte Bezirkstagspräsident Franz Löffler bei der jüngsten Kulturausschusssitzung im Veranstaltungszentrum der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, bei der die Beschlussfassung der Preisträger auf der Tagesordnung stand. „Ich bin wirklich begeistert vom Zuspruch und von der Qualität der eingereichten Vorschläge! Das kulturelle Schaffen in der Oberpfalz ist extrem positiv“, betonte er.

Dem schlossen sich Kulturreferentin Kerstin Radler und Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl an. Er sagte: „Es ist schön zu sehen, wie durch die jährlich wechselnden Kategorien der Kulturpreise über die Jahre der Strauß der Repräsentanten für die Oberpfälzer Kulturarbeit immer größer, immer schöner und immer bunter wird. Und es ist jedes Jahr aufs Neue schwer, aus den zahlreichen, hochkarätigen Bewerbungen die wenigen Preisträger auszuwählen. Doch diese stehen klar auch stellvertretend für die vielen, vielen großartigen Akteure, die wir in der Oberpfalz haben.“

Ausgelobt waren auch heuer wieder drei Preise in den Bereichen Kultur – 2026 fiel die Wahl auf die Sparten „Holzbildhauerei“, „Gemeinschaftsorte“ sowie „Singer-Songwriter“, dotiert mit jeweils 3500 Euro, sowie drei Preise im Bereich der Denkmalpflege, mit denen ein Preisgeld von jeweils 4000 Euro einhergeht. Hinzu kommt der Jugendkulturförderpreis, den der Bezirk Oberpfalz gemeinsam mit dem Bezirksjugendring verleiht. Er würdigt ebenfalls drei Kunstschaffende für ihr Engagement in den Bereichen Kunst, Gesellschaft sowie der Mischkategorie Kunst und Gesellschaft – mit jeweils 1500 Euro.

 Die Gewinner der Kulturpreise 2026

In der Sparte „Holzbildhauerei“ überzeugte Franz Weidinger aus Deining-Kleinalfalterbach (Landkreis Neumarkt) unter insgesamt 13 Bewerbern.

Im Bereich „Gemeinschaftsorte“ gewinnen die Freunde Kooperatorenhaus Beidl e.V. aus Plößberg (Landkreis Tirschenreuth). Auch in dieser Kategorie sei die Wahl besonders schwergefallen. Alle 14 eingereichten Projekte haben sowohl Politik als auch Fachjury nachhaltig beeindruckt. „Für mich treffen heuer alle drei Kategorien des Kulturpreises voll ins Schwarze“, sagte Löffler. „Vor allem aber die zweite Kategorie begeistert mich von A bis Z. Wir sind jetzt am überlegen, ob und wie wir allen Bewerbern eine Wertschätzung oder Bühne bieten könnten.“

Stolze 34 Bewerbungen waren für die Kategorie „Singer-Songwriter“ eingegangen – den ersten Preis gewinnen Die Zweiten aus Regensburg. Das junge Duo, bestehend aus Jacob Habermann und Benno Schurig, überzeugt laut Jury unter anderem mit tiefgründigen, nach überregionalem Durchbruch schmeckenden Texten, die bei jedem Wiederhören eine neue Raffinesse entdecken lassen.

Die Gewinner der Denkmalpreise des Bezirks 2026

Die drei gleichwertigen Preise für das Engagement im Bereich der Denkmalpflege gehen einmal an Karin und Hans-Jürgen Arbogast für die liebevolle Sanierung eines sogenannten „Füllhauses“ aus dem 16. Jahrhundert im Stadtkern von Amberg.

Weiterer Gewinner ist der Trägerverein Grenzwaldkirche Jägershof Schulkirche Zur Heiligen Familie e.V., der das „Jägershofer Kircherl“ in Warzenried (Landkreis Cham) mit massiver Eigenleistung wieder zu einem Glanzstück hat werden lassen, „das weit über die Region hinausstrahlt“, sagte der Bezirksheimatpfleger bei der Vorstellung des Projekts.

Nicht zuletzt konnte sich das Katholische Pfarramt Wernersreuth unter den insgesamt 31 Vorschlägen behaupten. Es hat den „Ehemaligen Pfarrhof“ in Wernersreuth (Ortsteil von Bad Neualbenreuth/Landkreis Tirschenreuth) nicht nur denkmalgerecht saniert, sondern auch eine breitgefächerte Nutzung dafür gefunden, die dem Zusammenhalt und der Ortsgemeinschaft zugutekommt.

Die Gewinner der Jugend-Kulturförderpreise 2026

Mit insgesamt 37 Einsendungen, sagte der stellvertretende Bezirksheimatpfleger Florian Schwemin, sei es auch beim Nachwuchs schwergefallen, die drei Preisträger auszuwählen. Letztendlich hätte sich aber in jeder Kategorie ein Projekt noch einmal von den vielen Bewerbungen absetzen können. 

Im Bereich „Gesellschaft – Soziokultur“ ist das der Mittelschule Waldsassen (Landkreis Tirschenreuth) mit dem Projekt „Demokratie zum Anfassen: Performance, Partizipation und ein 1:1-Realitätscheck“ gelungen.

Im Bereich „Kunst – ästhetisch-künstlerisches Handeln“ überzeugte das Jugendzentrum PlanB Weiden mit seinem Projekt „Dulce Dolor“, bei dem sich Jugendliche verschiedenen Alters über zwei Jahre und verschiedene künstlerische Disziplinen hinweg mit negativen Gefühlen und Erfahrungen aus ihrem Leben auseinandersetzten.

Die Kategorie „Kunst und Gesellschaft – ästhetisch-künstlerisches Handeln und Soziokultur“ sahen Fachjury und Politik mit der Projektgruppe „Todesmärsche“ der Mittelschule Bruck (Landkreis Schwandorf) perfekt erfüllt. Ihre Arbeit „DENKmal! – Gedenkkultur im Rahmen von 80 Jahre Todesmärsche im Gemeindegebiet Bruck“ zeichnet sich durch ein mustergültiges Zusammenwirken von Schule, Gemeinde sowie Ortsgemeinschaft aus, und leistet durch Zeitzeugendokumentation sowie ein echtes Denkmal für Bruck einen wertvollen Beitrag im Bereich der Erinnerungskultur, erläuterte Florian Schwemin.

Der 60-jährige Holzbildhauer Franz Weidinger lebt und arbeitet als selbstständiger Künstler in Deining und Montecchio (Umbrien). Mit seinen Arbeiten möchte er traditionelle Bildhauerei mit Moderne vereinen – dabei entstehen künstlerisch virtuos gearbeitete Skulpturen aus Pappelholz, die so detailreich und stimmig gearbeitet sind, dass man sie sofort berühren möchte, so das Urteil der Fachjury. Foto: Franz Weidinger
Karin und Hans-Jürgen Arbogast haben 2016 ein sogenanntes „Füllhaus“ (Mitte) am Paradeplatz in Amberg, dessen Geschichte bis ins Jahr 1587 reicht, erworben und bis 2021 behutsam saniert, um sich dort ihren Wohnsitz zu erschaffen. Foto: Karin Arbogast
150 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren wählten sich die „Künstlerin des Schmerzes“ Frida Kahlo zum Vorbild und gaben in verschiedenen Aktionen über zwei Jahre hinweg dem eine Bühne, was in unserer Leistungsgesellschaft oft keinen Platz hat: Schmerz. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt – entstanden sind berührende Fotostrecken, Gemälde, Tanz-, Gesangsaufführungen und mehr. Foto: Kerstin Reintsch