Rund 200 Fachleute diskutieren die Zukunft der additiven Fertigung in Cham
Im Fokus der Fachveranstaltung industrial3Dprinting 2026 standen neue Werkstoffe, Automatisierungslösungen und industrielle Anwendungen des 3D-Drucks.
Cham, 01.07.2026 - Rund 200 Teilnehmer aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Politik kamen bei CR-3D in Chammünster zusammen, um über aktuelle Entwicklungen der additiven Fertigung zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Fachveranstaltung industrial3Dprinting 2026 standen neue Werkstoffe, Automatisierungslösungen und industrielle Anwendungen des 3D-Drucks.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Chamer Unternehmen CR-3D gemeinsam mit dem Beratungsbüro Cham des Bezirks Oberpfalz. Seit mehreren Jahren bringt die Veranstaltungsreihe Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Technologieanbieter aus Bayern und Tschechien zusammen und hat sich als Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung etabliert.
Austausch als Grundlage für Innovation
Hinter der Veranstaltungsreihe steht das Beratungsbüro Cham des Bezirks Oberpfalz. Ziel der Technologie- und Netzwerkmanager ist es, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Partner zusammenzubringen und neue Kooperationen anzustoßen.
In den vergangenen Jahren wurden über 120 Veranstaltungen und Workshops durchgeführt sowie mehr als 5.000 Personen aus Wirtschaft, Forschung und Politik miteinander vernetzt. Darüber hinaus begleiteten die Technologie- und Netzwerkmanager zahlreiche Unternehmen bei Innovations- und Förderprojekten.
„Viele Entwicklungen entstehen nicht über Nacht. Oft beginnt alles mit einem ersten Gespräch, einer Idee oder einem gemeinsamen Projekt. Genau dafür wollen wir mit unseren Plattformen den passenden Rahmen schaffen“, sagt Michael Zankl, Technologie- und Netzwerkmanager des Bezirks Oberpfalz.
Additive Fertigung wird zunehmend industriell
Die Vorträge und Praxisbeispiele zeigten, wie stark sich die additive Fertigung in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Die vorgestellten Anwendungen reichten von automatisierter Fertigung und Hochleistungskunststoffen über Elektronik, Qualitätssicherung und Reverse Engineering bis hin zur industriellen Serienproduktion.
Ein besonderes Highlight war die Keynote von Thomas R. Kerk von Rheinmetall Landsysteme GmbH. Er gab Einblicke in den Einsatz additiver Fertigung für landbasierte Systeme und zeigte auf, welche Bedeutung die Technologie inzwischen auch für große Industrieunternehmen besitzt.
CR-3D als Gastgeber und Impulsgeber
Dass industrial3Dprinting 2026 bei CR-3D stattfand, war kein Zufall. Das Unternehmen zählt heute zu den sichtbarsten Akteuren der additiven Fertigung in der Region und steht beispielhaft für die Entwicklung der Technologie vom Industrie 3D-Drucker, hin zum automatisierten Produktionsverfahren.
Aus einem Ingenieurbüro entwickelte sich innerhalb von zehn Jahren ein Unternehmen mit eigener Factory, eigener Filamentproduktion sowie eigenen Software- und Automatisierungslösungen. Heute beschäftigt sich CR-3D nicht nur mit einzelnen Drucksystemen, sondern mit kompletten Fertigungsprozessen rund um die additive Fertigung.
Im Rahmen der Veranstaltung stellte das Unternehmen gemeinsam mit Automation.Express die SmartFAB-Technologie in Form der MatriX vor. Dabei geht es um die Automatisierung additiver Fertigungsprozesse und die Frage, wie 3D-Druck künftig noch stärker als industrielles Produktionswerkzeug genutzt werden kann.
„3D-Druck ist längst mehr als eine einzelne Maschine. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Material, Software, Automatisierung und Prozess. Genau dort sehen wir die größten Potenziale für die Zukunft“, erklärte Christian Reil, Geschäftsführer von CR-3D.
Politik als langfristiger Partner von Innovation und Technologietransfer
In seinem Grußwort betonte Bezirkstagspräsident Franz Löffler die Bedeutung langfristiger Innovationsförderung und funktionierender Netzwerke für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Gerade im ländlichen Raum seien Plattformen wichtig, die Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Technologieanbieter zusammenbringen und den Austausch fördern. Gleichzeitig müsse man internationale Entwicklungen und den wachsenden Wettbewerb im Auge behalten, um konkurrenzfähig zu bleiben: „Wer weltweit innovativ führend mit dabei ist und sich mit neuen Technologien und Fertigungsprozessen auseinandersetzt, wird mit seinem Produkt auch weltweit Erfolg haben. Mit der additiven Fertigung werden wir ein Stück weit wettbewerbsfähiger im globalen Kontext.“
Löffler verwies zugleich auf die langjährige Unterstützung des Bezirks Oberpfalz für Technologietransfer und Innovationsnetzwerke. Die Stelle des Technologie- und Netzwerkmanagers sei mit dem Ziel geschaffen worden, Unternehmen aktiv bei Innovationen zu begleiten, Kontakte zu Forschungseinrichtungen zu ermöglichen und neue Zukunftsthemen frühzeitig in die Region zu bringen.
Auch Landrats-Stellvertreter Martin Stoiber hob die Bedeutung innovativer Unternehmen für den Wirtschaftsstandort Landkreis Cham hervor: „Christian Reil und seine Frau sind zwei Macher, die in Cham studiert und Ideen entwickelt haben. Aus diesen Ideen ist ein Unternehmen hervorgegangen, das eine zentrale Rolle im Bereich der additiven Fertigung spielt und zurecht als ein Aushängeschild des Landkreises gelten darf.“
Die hohe Teilnehmerzahl und die intensive Diskussion während der Vorträge und beim Networking zeigten, dass additive Fertigung längst kein Nischenthema mehr ist. Innovation entsteht dort, wo Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Politik und engagierte Persönlichkeiten gemeinsam an einem Strang ziehen – genau dafür bietet industrial3Dprinting seit vielen Jahren den passenden Rahmen.



