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Spannende Gesprächsrunde am Drachensee in Furth im Wald

Bezirk Oberpfalz bringt Fischer, Vogelfreunde, und Behördenvertreter zum Gesprächsaustausch zusammen.

„Fisch schafft Landschaft – Landschaft schafft Fisch“ – unter diesem Motto startete der Bezirk Oberpfalz vor zwei Jahren im Landkreis Regensburg eine neu ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe zum Thema Fisch, Natur und Mensch. Nach einem Jahr pandemiebedingter Pause hatte gestern Bezirkstagspräsident Franz Löffler am Drachensee in Furth im Wald zu einer Neuauflage eingeladen. „Mit der Veranstaltung möchten wir den Focus auf Standorte richten, an denen verschiedene Interessen und Nutzungen unter einen Hut gebracht werden müssen;“ sagte Präsident Löffler. „Wir möchten die Akteure und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse an einen Tisch bringen,“ verdeutlichte Löffler. So diskutierten in der anregend-kontroversen Gesprächsrunde Josef Feuchtgruber, Behördenleiter des Wasserwirtschaftsamts Regensburg, Franz Sporer vom Fischereiverein Furth im Wald und Heribert Mühlbauer vom Landesbund für Vogelschutz e.V..

Heribert Mühlbauer, der sich seit vielen Jahrzehnten für die Belange des Drachensees mit viel Herzblut engagiert, wies auf die ungeheure Fülle an Tier- und Pflanzenarten hin, die sich seit der Flutung des Sees im Jahr 2009 hier etabliert hätte. „Ich freue mich, dass meine Vorschläge, insbesondere das Vier-Zonen-Konzept, bei der Planung des Sees Eingang gefunden haben“, führte er aus. Um dieses „Kronjuwel“ aber auch weiterhin zu bewahren, müssten alle Beteiligten an einem Strang ziehen. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass der Naturschutz bei der Neuverpachtung der Fischereirechte überhaupt nicht gehört worden sei. Es sei also nicht bekannt, was für die Fischerei in der Ökozone erlaubt sei und was nicht. Nach seiner Auffassung solle dort gar nicht gefischt werden. Dr. Thomas Ring, Leiter der Fischereifachberatung des Bezirks, wies aber darauf hin, dass der Pachtvertrag die gesetzliche Verpflichtung des Pächters zur fischereilichen Hege enthalte. Ziel sei es, die ohnehin hohe Nährstoffbelastung des Drachensees durch regelmäßige Reduzierung des Fischbestandes zu verringern, um langfristig das Ökosystem See als ganzes zu erhalten. Ohne einen Kompromiss zwischen Fischerei und Naturschutz werde es nicht gehen. Ring plädierte dafür, dass sich alle Beteiligten über die Art und Weise des notwendigen Hegefischens unter Berücksichtigung des Naturschutzes in einem extra Gesprächstermin verständigten. Daniel Luley vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg sagte zu, diesen Gesprächstermin zu koordinieren.

Die hohe Nährstoffbelastung des Sees beschäftigte die Runde auch hinsichtlich der Einträge von Landwirtschaft und Kläranlagen. Josef Feuchtgruber wies darauf hin, dass Wasserwirtschaftsämter und Kommunen bereits daran arbeiteten, die betreffenden Kläranlagen technisch aufzurüsten. Außerdem seien Gespräche mit Verantwortlichen auf der tschechischen Seite der Grenze erforderlich, da Teile des Chamb und damit der Nährstofffracht auch aus Tschechien in den See gelangen würden.

Feuchtgruber sorgte dann für die „Botschaft des Tages“:

Nach früheren Bedenken hinsichtlich der technischen Sicherheit befürworte das WWA inzwischen die Durchgängigkeit des Wasserbauwerks. Auf seine Anregung hin habe die Bayerische Landeskraftwerke GmbH in Absprache mit dem Umweltministerium eine Machbarkeitsstudie für den Drachensee vergeben, mit dem Ziel, innovative Lösungen zu finden. Das Thema Fischwanderhilfe sei damit auf einem guten Weg.

„Fisch schafft Landschaft“ am Drachensee in Furth im Wald 
(Foto: Ursula Wohlfeld)

Moderator Franz Löffler betonte abschließend, dass der offene Meinungsaustausch tatsächlich dazu geführt habe, nach tragfähigen Lösungsansätzen für alle Beteiligten zu suchen.

„Die Anträge, die heute gestellt wurden, werden ihre Wirkung nicht verfehlen, auch wenn man vielleicht nicht alles wird umsetzen können, ergänzte Löffler. Aber man könne feststellen, dass der Drachensee trotz aller Herausforderungen für die Region einen großen Vorteil gebracht habe. „Sowohl Naturschutz als auch Fischerei gehören zu unserer Heimat. Unsere Aufgabe ist es, alles in Einklang zu bringen“, brachte Löffler das Engagement des Bezirks auf den Punkt.

Die Reihe wird im kommenden Jahr an einem weiteren Schauplatz in der Oberpfalz fortgesetzt.