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Kultur-Botschafter verlässt Bezirk Oberpfalz

 

REGENSBURG. Richtig in Rente ist Johann Wax noch nicht, aber seine aktive Zeit als stellvertretender Bezirksheimatpfleger ist seit Ende März, als er in die passive Phase der Altersteilzeit wechselte, zu Ende. Gestern verabschiedete Bezirkstagspräsident Franz Löffler den langjährigen Mitarbeiter und dankte Wax für sein engagiertes Wirken: „Sie waren ein guter Botschafter des Bezirks Oberpfalz“, lobte Löffler zum Abschied.

„Adieu“ sagten am Donnerstag viele Weggefährten – auch aus anderen Bezirken. Fast 30 Jahre lang hat Wax der Region mit Gitarre und Dudelsack Lieder und Tänze vermittelt, über Oberpfälzer Tracht informiert und zur Heimatpflege referiert. Er ist in dieser Zeit zu einem der bekanntesten Gesichter des Bezirks Oberpfalz geworden. Seine Gitarrenkünste und sein Studium der Volkskunde und Musikwissenschaft an der Universität Regensburg ebneten Wax den Weg in die Bezirksheimatpflege. „Wer Ihr Gitarrenspiel einmal gehört hat, wird dies nie vergessen“, hob Löffler hervor.

Es war vor allem die Musik, die Johann Wax begeisterte und für die er andere begeisterte. Und so war es selbstverständlich, dass er von Anfang an die Musikkurse in Alteglofsheim und Waldmünchen betreute. „Hans Wax ist eine Waldmünchner Institution geworden und wird von der ganzen Stadt verehrt“, wusste Löffler, selbst ein Waldmünchner, zu berichten. 2006 führte Wax das monatliche Kindersingen in Regensburg ein, das sich in den zurückliegenden zwölf Jahren zum absoluten Besuchermagneten entwickelte: Über 6.000 Kinder lernten bei Wax ostbayerische Kinder- und Scherzlieder, klatschten begeistert im Takt und machten erste Tanzschritte. Mit „Volksmusik in der Schule“ vermittelte er ein wichtiges Thema an zahlreiche Schüler in der ganzen Oberpfalz, an der Universität Regensburg auch an angehende Lehrer.

Neben der Musik war die Trachtenberatung ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Er leitete viele Trachtennähkurse in der gesamten Oberpfalz an, deren Ergebnisse er stets persönlich in Augenschein nahm. „Das hat ihm schon gefallen“, sagte der Bezirkstagspräsident lachend.

Wax, ein gebürtiger Niederbayer, habe sich als stellvertretender Bezirksheimatpfleger seine neue Heimat, die Oberpfalz, nicht nur beruflich, sondern mit dem ganzen Herzen erarbeitet, so Löffler. Wax selbst bekannte: „Ich liebe die Region. Gott erhalt’s – die Oberpfalz.“ Trotz mancher Krisen habe er habe sich in seinem manchmal anstrengenden und fordernden Beruf verwirklichen können.

Sehr persönlich verabschiedeten Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl, Florian Schwemin, Nachfolger von Johann Wax, und Veronika Schmidt von der Bezirksheimatpflege den Scheidenden mit selbst geschriebenen Ständchen. Weitere Weggefährten überraschten Wax ebenfalls mit musikalischen Grüßen, was dieser sogleich zu einem Tänzchen nutzte.