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Der Bezirk Oberpfalz stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt

REGENSBURG. Der Bezirk Oberpfalz schafft sozialen Ausgleich und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt: Diese Botschaft vermittelte Bezirkstagspräsident Franz Löffler dem VdK-Kreisverband Cham, der mit fast 100 Mitgliedern die Bezirksverwaltung in Regensburg besuchte.

„Der Bezirk ist bei den Menschen in der Oberpfalz vor Ort präsent“, diese Aussage belegte Präsident Löffler am Beispiel der dezentralen psychiatrischen und neurologischen Versorgung. An sechs Standorten in der Oberpfalz kümmern sich die über 3000 Beschäftigten der medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo) im Jahr um rund 16.000 stationäre und tagesklinische Patienten. Dazu werden rund 50.000 Patienten ambulant behandelt. Mit insgesamt etwa 3300 Mitarbeitern gehört der Bezirk auch zu den großen Arbeitgebern in der Oberpfalz. „Mit unserer Präsenz vor Ort helfen wir auch beim Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit psychischer Erkrankung“, machte Löffler deutlich. So arbeiten in Cham die psychiatrischen Fachmediziner im „Zentrum für Psychiatrie“ Tür an Tür mit den Ärztekollegen der SANA-Kliniken des Landkreises Cham.

Rund 238 Millionen Euro wendet der Bezirk im kommenden Jahr zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung auf und finanziert damit rund 10.000 Arbeitsplätze bei den Oberpfälzer Sozialeinrichtungen mit. „Ein Leben lang steht der Bezirk diesen Menschen zur Seite“, führte Löffler aus und erläuterte die Leistungspalette von der Frühförderung über Werkstätten bis zur ambulanten Betreuung zu Hause oder der Unterbringung in Heimen.

Die Kulturarbeit des Bezirks Oberpfalz macht zwar mit etwa zwei Prozent nur einen Bruchteil des Gesamthaushalts von knapp 440 Millionen Euro im nächsten Jahr aus. „Mit diesem Geld stärken wir aber die Oberpfälzer Identität“, sagte Löffler und zeigte die Wirkung der Zuschüsse von der Denkmal- über die Musikpflege bis zur Festspielförderung auf. Als „besonders wertvoll“ bezeichnete Löffler die Förderung der Jugendbildungsstätte in Waldmünchen und des Bezirksjugendrings.

Der Bezirk ist auch Fürsprecher der Oberpfälzer Fischer und Teichwirte, die durch Schädlinge wie Kormoran, Biber und dem sich schnell ausbreitenden Fischotter schmerzhafte Einnahmeverluste zu verkraften haben. „Die Natur ist aus dem Gleichgewicht“, mahnte der Bezirkstagspräsident. Wenn man die rasante Ausbreitung des Fischotters nicht durch Mengenregulierung angehe, bedrohe das die Teichwirtschaft bis ins Mark.

medbo-Vorstand Dr. Dr. Helmut Hausner begab sich anschließend mit den Besuchern auf eine spannende Forschungsreise durch das gesunde und erkrankte menschliche Gehirn. Zum Aufgabengebiet der medbo gehören Diagnostik und Therapie von Psychosen, von Suchterkrankungen, von Depression und Schlafstörungen, von Demenz, Parkinson und anderen Störungen, die ihre Ursache im Gehirn haben. Stolz ist der medbo-Vorstand darauf, dass im Bezirksklinikum auch geforscht wird. Er wies darauf hin, dass durch “TEMPIS” eine optimale Versorgung von Patienten mit Schlaganfall oder Schädel-Hirntrauma gewährleistet wird. Durch die Telemedizin steht Patienten in ländlichen Krankenhäusern die Expertise von medbo-Spezialisten aus Regensburg zur Verfügung.

Den Maßregelvollzug stellte der kommissarische Ärztliche Direktor der Klinik für Forensische Jugendpsychiatrie und Psychotherapie vor. Ein Richter entscheidet über den Aufenthalt im Maßregelvollzug, wenn der Angeklagte auf Grund einer Schuldunfähigkeit (Drogenkonsum oder psychische Erkrankung) in Verbindung mit einer Straftat für diese nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. In der Forensik wird der Patient therapiert, resozialisiert und gesichert. Bei der anschließenden Besichtigung der erst neu eröffneten Jugendforensik konnten die Besucher erleben, wie ausgefeilt die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung sind. Die Experten erläuterten auch vor Ort die Bandbreite therapeutischer Angebote.

Der kommissarische VdK-Kreisvorsitzende Max Heigl machte in seinem Dank an Bezirkstagspräsident Löffler klar, dass für die Gäste nun die wichtige Rolle des Bezirks für die Menschen in der gesamten Oberpfalz offensichtlich geworden sei.