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Der Bezirk Oberpfalz unterstützt Genesungsbegleiter in der gesamten Oberpfalz

REGENSBURG. Genesungsbegleitung meint die Unterstützung in der Behandlung von akut psychisch oder suchterkrankten Patienten durch Menschen, die selbst einmal eine Krise durchlebt haben und ihre Erfahrungen in den Behandlungsprozess mit Ärzten und Therapeuten einbringen. „Der Bezirk Oberpfalz ist vom Einsatz dieser Genesungsbegleiter überzeugt“, sagte Bezirkstagspräsident Franz Löffler bei der Eröffnung des Fachtags Genesungsbegleitung im Festsaal des Bezirks Oberpfalz. „Die Erfahrung der selbst durchlebten Krise reicht aber nicht aus“, stellte Löffler fest. EX-IN Genesungsbegleiter müssen in einer Qualifizierungsmaßnahme lernen, wie sie ihre Erfahrungen gewinnbringend für den Patienten in das professionell arbeitende Ärzte- und Therapeutenteam einbringen können. EX-IN steht für „experienced involvement“, übersetzt die „Einbeziehung der Erfahrenen“.

Was macht die Arbeit der Genesungsbegleiter aus? Wo sind ihre Grenzen? Dr. Benedikt Schreiner, Leiter der Bezirkssozialverwaltung, erläuterte den über 100 Fachkräften aus der Psychiatrie und Suchtkrankenhilfe die zentralen Fragen der Fachtagung. In Fachvortragen wurde sowohl der bisherige Entwicklungsstand im Einsatz von Genesungsbegleitern bilanziert als auch praktische Einsatzfelder wie Beratung, Freizeitgestaltung, Arbeit und Wohnen in Workshops vorgestellt.

Genesungsbegleitung ist ein Erfolgsmodell, brachte es Klaus Nuißl, Genesungsbegleiter in den medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz, auf den Punkt. Über 90 Prozent der betroffenen erkrankten Menschen bezeichnen die Hilfestellung der Genesungsbegleiter als  „sehr hilfreich“ oder „hilfreich“.

„Der Bezirk Oberpfalz wird dieses Erfolgsmodell weiter unterstützen“, sicherte Bezirkstagspräsident Löffler zu. Die Förderung von zehn Genesungsbegleiter-Arbeitsstellen an Tagesstätten und Beratungsstellen in der Oberpfalz ist beschlossene Sache, davon sind derzeit sechs Stellen besetzt (Sozialpsychiatrischer Dienst in Schwandorf und Neumarkt, DrugStop Beratungsstelle Regensburg, sowie Tagesstätten in Schwandorf, Regensburg und Weiden). Als erster Bezirk in Bayern hat der Bezirk Oberpfalz außerdem die Psychosozialen Suchtberatungsstellen und die dort tätigen Suchtkrankenhelfer in die Förderung mitaufgenommen. Seit März 2017 wird in Regensburg auf Bezirkskosten ein EX-IN-Genesungsbegleiter-Kurs durchgeführt.