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Bezirk Oberpfalz beendet Betrieb der Fachakademie für Raum- und Objektdesign

 SCHMIDMÜHLEN/REGENSBURG. Der Betrieb der Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Cham wird zum Ende des laufenden Schuljahres eingestellt. Dies entschieden heute die Mitglieder des Bezirkstags der Oberpfalz in ihrer Sitzung in Schmidmühlen.

„Es war kein leichter Schritt, den die Bezirksräte heute vollzogen haben“, erläutert Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Die Schule existiert seit 1988 und hat sich in den fast 30 Jahren ihres Bestehens einen sehr guten Ruf erworben. Allerdings gingen die Schülerzahlen in den letzten Jahren stetig zurück. Auch Änderungen in den Zulassungsvoraussetzungen – ohne das Ausbildungsniveau zu senken – sicherten nicht dauerhaft die Auslastung.

So hat der Bezirkstag bereits im Juli letzten Jahres beschlossen, aufgrund der geringen Anmeldezahlen für das Schuljahr 2016/17 keine neuen Schüler aufzunehmen. Es folgten intensive Gespräche mit der OTH Regensburg, die zusammen mit der Akademieleitung ein sehr zukunftsweisendes Konzept entwickelte. „Die OTH-Leitung und auch der Dekan für Architektur waren außerordentlich aufgeschlossen und engagierten sich ebenso wie unsere Mitarbeiter“, betont Löffler. Das Konzept sieht vor, einen neuen Studiengang zu etablieren, in dem das Lehrangebot in Cham wichtiger Bestandteil wäre. Doch trotz aller Bemühungen ging es schließlich um die Frage, ob der neue Studiengang auch die nötigen Zugangszahlen hätte. „Ob die Nachfrage für die Ausbildung in Cham damit gegeben wäre, kann uns keiner garantieren“, so Löffler weiter.

„Ich bedauere es sehr, diese wertvolle Bildungseinrichtung schließen zu müssen. Trotz der hohen Qualität der Ausbildung und des Einsatzes des Akademiepersonals, ist diese Entscheidung leider unumgänglich. Es ist unter wirtschaftlichen Aspekten nicht vertretbar, für eine so geringe Nachfrage das Angebot vorzuhalten. Schließlich geht es hier um Steuergelder“, betont Bezirkstagspräsident Löffler.

Derzeit befinden sich fünf Studierende im zweiten Ausbildungsjahr und werden im Sommer die Prüfungen zum „Staatlich geprüften Raum- und Objektdesigner“ ablegen. Gründe für das abnehmende Interesse an der Schule sehen die Verantwortlichen zum einen bei den geringen Ausbildungszahlen im gestaltenden Handwerk wie auch beim leichteren Zugang zu Hochschulen für Gesellen und Meister. „Trotz der guten Berufsaussichten für unsere Absolventen und der Öffnung für andere gestaltende Berufsgruppen neben den Schreinern ist es leider nicht gelungen, ausreichend Studierende für eine Weiterbildung in Cham zu begeistern“, erläutert Löffler.

Mit dem heutigen Beschluss wird die Fachakademie nun „abgewickelt“: Mietverträge und sonstige vertragliche Verpflichtungen müssen gekündigt werden. Mit dem Personal sollen möglichst einvernehmliche Regelungen gefunden werden. In der Schule sind jeweils vier haupt- und nebenberuflich Personen tätig. „Es ist mir sehr wichtig, zufriedenstellende Lösungen für unsere Beschäftigten, die sich sehr für die Weiterführung der Schule engagiert haben, zu finden“, so Löffler abschließend.