Schrift
Home >> 
Kulturpreis 2014 geht an Eveline Kooijman, Werner Perlinger und Dombert’s Urban Jazz

 

WALDMÜNCHEN. Die in Regensburg lebende Fotokünstlerin Eveline Kooijman, Werner Perlinger aus Furth im Wald (Landkreis Cham) und die Jazz-Formation Dombert’s Urban Jazz aus Regensburg sind die diesjährigen Träger des Kulturpreises des Bezirks Oberpfalz. Mit dem Denkmalpreis zeichnet der Bezirk Oberpfalz dieses Jahr die ehemalige Fronfeste in Amberg aus.

Der Jugend-Kulturförderpreis geht heuer an die Grundschule Schönthal (Landkreis Cham) für das Projekt „Villa Pinau“, an die Schülerin Ronja Künkler aus Weiden und an den Verein Musical und Theater Neumarkt für das Projekt „Lass die Vergangenheit ruhn!? Neumarkt 1945: ver-Führt – nie wieder“.

Diese Entscheidungen fielen heute einstimmig in der Sitzung des Kulturausschusses des Bezirkstags der Oberpfalz in der Jugendbildungsstätte Waldmünchen unter Vorsitz von Bezirkstagspräsident Franz Löffler.

Die seit einigen Jahren in Regensburg lebende freischaffende Fotokünstlerin Eveline Kooijman erhält den mit 3.500 Euro dotierten Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz in der Kategorie Fotografie für ihre „feinsinnigen und sensiblen Fotoserien“ wie es in der Jury-Begründung heißt. Eveline Kooijman wende sich eher ausgefallenen Themen abseits des Main-streams zu und decke eine große Bandbreite an Fotografie-Bereiche ab. Portrait-, Architektur- und Industriefotografie beherrsche sie ebenso wie die Akt-, Natur- und Landschaftsfotografie.

In der Kategorie Heimatgeschichtsforschung geht der ebenfalls mit 3.500 Euro dotierte Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz an Werner Perlinger in Furth im Wald (Landkreis Cham). Der seit fast 30 Jahren als Stadtarchivar seiner Heimatstadt tätige Perlinger habe sich durch zahlreiche historische Veröffentlichungen um die Geschichtserforschung vieler Orte im Landkreis Cham hervorgetan. Er erforschte neben seiner Heimatstadt insbesondere die Heimatgeschichte von Eschlkam, Arnschwang, Rimbach, Weiding, Gleißenberg und Waffenbrunn. Seine Aufsätze erscheinen in einschlägigen Zeitschriften, wie zum Beispiel in „Oberpfälzer Heimat“, „Der Bayerwald“ und „Die Oberpfalz“. Besonders herausragend ist die von ihm verfasste „Geschichte der Stadt Furth im Wald“ in drei Bänden. Die ersten beiden Bände sind 2011 und 2012 erschienen, der dritte Band folgt Ende des Jahres.

Im Bereich Jazz-Formation fiel die Entscheidung auf Dombert’s Urban Jazz, einer Formation aus Regensburg. Das Quintett um den Gitarristen Andreas Dombert spielt durchwegs Eigenkompositionen und machte mit der Verschmelzung von Jazz-Musik, Videokunst und Elektro-Sounds auf sich aufmerksam. Die Jury bezeichnete die Band als „neues Schwergewicht im Jazz-Bereich“. Zur Gruppe zählen neben Andreas Dombert Peter Sandner (Electronics), Lutz Häfner (Saxophon), Henning Sieverts (Bass) und Matthias Meusel (Schlagzeug). Die regionale Verankerung der Band in der Oberpfalz gefiel den Bezirksräten besonders. Auch dieser Preis ist mit 3.500 Euro dotiert.

Der mit 5.000 Euro dotierte Denkmalpreis des Bezirks Oberpfalz geht an das Hotel Fronfeste in Amberg. Die aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert stammende Fronfeste der Stadt Amberg wurde 2011 bis 2014 vorbildlich saniert und wird heute als Hotel geführt. Mit großem Fingerspitzengefühl achteten die Bauherren um Gerald Stelzer auf die historische Bausubstanz und die Geschichte des Gebäudes als Gefängnis. So entstand ein unverwechselbares Hotel. Die Jury wollte mit der Auswahl dieses Objekt auch zeigen, dass eine gewerbliche Nutzung historischer Gebäude auch mit Rücksicht auf die Belange des Denkmalschutzes realisiert werden kann. Der Denkmalpreis wird erst zum zweiten Mal verliehen. Erster Preisträger war im letzten Jahr das so genannte „Soifererhaus“ in Berching (Landkreis Neumarkt i. d. OPf.).

Der Jugend-Kulturförderpreis 2014 geht im Bereich Soziokultur an die Grundschule Schönthal für das Naturprojekt „Villa Pinau“, mit dem die Schüler spielerisch an Umweltbewusstsein, Selbstbewusstsein und Lebenstüchtigkeit herangeführt werden. Das Netzwerk, das die Schule bei diesem Projekt geschaffen haben, reicht von anderen Schulen bis hin zum örtlichen Kindergarten und zur Forstverwaltung.

Im Bereich künstlerisch-ästhetisches Handeln hat die Gymnasiastin Ronja Künkler aus Weiden i. d. OPf. überzeugt. Die 16-jährige setzt sich in Eigeninitiative intensiv mit Heimat und Heimatgeschichte auseinander und arbeitet entsprechende Themen textlich und szenisch auf. Dabei geht sie künstlerisch sehr anspruchsvoll vor und bindet zudem Menschen mit Behinderung ein.

Im Bereich Soziokultur und künstlerisch-ästhetisches Handeln sicherte sich das Projekt „Lass die Vergangenheit ruhn!? – Neumarkt 1945: ver-Führt – nie wieder“, das vom Verein „Musical- und Theater Neumarkt“ als Musical konzipiert wurde, den Preis. In dem Stück setzten Schüler verschiedener Neumarkter Schulen das Kriegsjahr 1945 um und zogen Parallelen von der Verführbarkeit der Jugend im Dritten Reich und heute durch rechtsradikale Kreise. Eingebunden in das Projekt waren auch die Bildungswerke von Stadt und Landkreis Neumarkt, der Historische Verein und sechs Schulen. Das Musical überzeugte die Jury auch durch eine hohe musikalische und schauspielerische Qualität.

Die drei Preisträger des Jugend-Kulturförderpreises erhalten jeweils 1.000 Euro.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler zeigte sich erfreut über die hohe Anzahl qualitativ hochwertiger Vorschläge und Bewerbungen in allen Bereichen. „Dies belegt die Attraktivität der Preise“, so Löffler.

Die Preisverleihungen sollen im Oktober stattfinden.