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Hebammen sollen bald an der OTH Regensburg studieren

REGENSBURG. Bezirkstagspräsident Franz Löffler und Regensburgs Landrätin Tanja Schweiger wollen an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) einen Lehrstuhl für Hebammenkunde implementieren. Dies erklärten beide am Freitag in einem Pressegespräch. Mit dabei war Staatssekretär Bernd Sibler vom Bayerischen Wissenschaftsministerium.

Ziel der beiden Kommunalpolitiker ist, wieder mehr junge Menschen für den Beruf der Hebamme zu begeistern. Es herrsche in der gesamten Oberpfalz eine Versorgungslücke, die junge Eltern insbesondere vor und nach einer Entbindung bemerkten, hob Löffler hervor. „Diese Versorgungslücke ist nicht zufriedenstellend, und dieses Thema bewegt uns natürlich“, so Löffler weiter.  In Regensburgs Landrätin Tanja Schweiger fand Löffler eine aktive Mitstreiterin.

Der Ansatz der beiden betrifft zum einen die Qualifizierung des Berufsbilds, zum anderen die Regionalisierung. So wolle man den Beruf der Hebamme – ähnlich wie in der Pflege – durch die Akademisierung attraktiver machen sowie die Ausbildung zur Hebamme in Ostbayern ermöglichen. Die bestehenden Fachschulen für Hebammenkunde sind allesamt nicht im ostbayerischen Raum angesiedelt. Löffler und Schweiger sehen darin auch einen Grund, warum in der Region Hebammen fehlen.

Beide halten Regensburg für einen geeigneten Standort für den zukünftigen Lehrstuhl und haben dies in einem gemeinsamen Schreiben Mitte Oktober an Bernd Sibler, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst, vorgeschlagen. Für Regensburg spreche, dass hier bereits mit der Klinik St. Hedwig und den Universitätslehrstühlen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie für Kinder- und Jugendmedizin gute Partner zur Verfügung stünden.

Landrätin Schweiger betonte, wie gut die OTH bereits jetzt mit Kliniken der Region vernetzt sei: „Es ist ein enges Miteinander.“ Mit den Studiengängen für Physiotherapie, Logopädie, Pflege und Sozialwissenschaften sei in Regensburg schon vieles verfügbar, das mit der Hebammenkunde gut zusammenpasse, so die Landrätin.

Die Antwort aus München auf den gemeinsamen Brief ließ nicht lange auf sich warten: Am Freitag gab Sibler einen „Zwischenstand“ in der Entscheidungsfindung: „Das Ministerium arbeitet hart und verbindlich an einem Modellversuch an einer Hochschule.“ Innerhalb eines halben Jahres wolle das Ministerium das Ergebnis vorlegen. Es gebe insgesamt fünf Interessensbekundungen von Hochschulen, so Sibler. „Regensburg ist sicher gut aufgestellt. Ich weiß aber noch nicht, ob es Regensburg wird“, stellte er fest.

Innerhalb des halben Jahres wolle das Ministerium die noch offenen Fragen klären, denn „wir haben großes Interesse daran, den Beruf der Hebamme weiterzuentwickeln“. Außerdem gehe es angesichts steigender Geburtenzahlen in Bayern auch um die Versorgungssicherheit der jungen Eltern wie der Neugeborenen.