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Sichtbares Zeichen für alle

STADLERN. Urkunde und Preisgeld gab es bereits vor gut einer Woche in Ursensollen, heute nun übergab Bezirkstagspräsident Franz Löffler das entsprechende Schild vor Ort. Es zeigt allen an: Dieses Haus in Stadlern (Kreis Schwandorf) hat den Denkmalpreis des Bezirks Oberpfalz 2017 erhalten.

Michaela Gottmeier, die Eigentümerin des Böhmerwaldhauses, hat das Signet freudestrahlend in Empfang genommen und gleich an der Hauswand befestigt. Zusammen mit ihrer Familie hat sie viele Arbeitsstunden in die Sanierung des von ihrem Vater geerbten Gebäudes gesteckt. Dieses hohe Engagement und die mustergültige Sanierung des rund 150 Jahre alten Wohnstallhauses würdigte der Bezirk Oberpfalz mit dem mit 5.000 Euro dotierten Denkmalpreis.

„Das Gebäude ist ein seltenes Objekt, das hervorragend in die Region passt. Das Beste ist aber die Nutzung als Ferienhaus, durch das Leben ins Haus kommt“, hob Bezirkstagspräsident Löffler hervor. Er zollte der Bauherrin großen Respekt für ihre Tatkraft.

Das Haus mit Halbwalmdachbau und verputztem Giebelblockbau zählt zu den letzten Exemplaren des früher im oberpfälzisch-tschechischen Grenzgebiet weitverbreiteten Typus des Böhmerwaldhauses. Michaela Gottmeier und ihre Familie leisteten in den Jahren 2013 bis 2016 über 1.000 Stunden an Eigenleistung, um das lange Zeit leerstehende und verfallene Haus auf vorbildliche Art und Weise zu sanieren. Fachliche Unterstützung fand Michaela Gottmeier bei ihrem Architekten Christian Schönberger und beim zuständigen Gebietsreferenten, Raimund Karl, vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Bei der Sanierung der Bausubstanz kam es nur zu geringfügigen Eingriffen, der Originalzustand konnte weitgehend wiederhergestellt werden. Unter dem Blechdach aus der Mitte des 20. Jahrhunderts befanden sich noch alte Lärchenschindeln. Nach der notwendigen Ertüchtigung des Dachstuhls wurde wieder auf solche Schindeln als Dacheindeckung zurückgegriffen. Sogar bei der Innenausstattung verwendete Michaela Gottmeier Möbel aus dem Altbestand, die nach sanften Ausbesserungsarbeiten wieder ihren Platz im Haus gefunden haben.

Mit der denkmalpflegerisch mustergültigen Umwandlung des Gebäudes ihrer Vorfahren in ein Ferienhaus hat Michaela Gottmeier das Objekt nicht nur vor dem Verfall gerettet, sondern es mit Leben erfüllt. Dies kann auch für andere bedrohte vergleichbare Haustypen im Bayerischen und Oberpfälzer Wald Vorbild sein.

Der Bezirk Oberpfalz vergibt seit 2013 einen eigenen Denkmalpreis, um die Leistungen der Eigentümer bei der aufwendigen und kostenintensiven Sanierung zu würdigen. Gleichzeitig weist der Preis auch auf die Förderung des Bezirks Oberpfalz hin, der pro Jahr rund 1 Million Euro zur Sanierung denkmalgeschützter Gebäude in der Oberpfalz zur Verfügung stellt.

Die bisherigen Träger des Denkmalpreises des Bezirks Oberpfalz sind:

2013     Soifererhaus in Berching (Kreis Neumarkt i. d. OPf.)

2014     Hotel Fronfeste in Amberg

2015     Weismannstadel in Hemau (Kreis Regensburg) und Ledereranwesen in Tännesberg (Kreis Neustadt a. d. WN)

2016     ehem. Konventgebäude des Klosters Gnadenberg (Kreis Neumarkt i. d. OPf.)

2017     Böhmerwaldhaus in Stadlern (Kreis Schwandorf)