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Junge Kulturschaffende in der Oberpfalz stärken das gesellschaftliche Miteinander

NEUNBURG VORM WALD.
Junge Menschen bringen die über Jahrzehnte geschlossene Spitalkirche in Neunburg v. Wald wieder ans Licht der Öffentlichkeit, schaffen in der Gemeinde Berngau generationenübergreifende Begegnung oder unterstützen als ausgezeichnete Vokalgesangsgruppe in Benefizkonzerten soziale Initiativen: Die diesjährigen Jugend-Kulturförderpreisträger des Bezirks Oberpfalz „trauen sich, ihre Kreativität und Energie in die Mitte der Gesellschaft zu stellen“, stellte Bezirkstagspräsident Franz Löffler mit Begeisterung fest. „Mit dem Preis wollen wir junge Menschen auszeichnen, die sich verantwortlich fühlen, das Leben in der Oberpfalz mitzugestalten“, lobte Löffler die Projekte der von einer Jury und dem Kulturausschuss des Bezirks Oberpfalz ausgewählten Preisträger.

Aus 41 Bewerbungen aus allen Regionen der Oberpfalz hatten die Kulturfachleute und Kommunalpolitiker ausgewählt. Bei dem Festakt in Neunburg vorm Wald erhielten den Jugend-Kulturförderpreis 2017 mit jeweils 1.000 Euro Preisgeld die Kunstklasse der Gregor-von-Scherr-Schule Neunburg v. Wald, die „Teeniegruppe“ im Generationennetzwerk Berngau sowie das Vokalensemble „Vox Aeterna e. V.“

Bezirkstagspräsident Franz Löffler verliest die Urkunde für den Preisträger im Bereich „Soziokultur und künstlerisch-ästhetisches Handeln“, die Gregor-von-Scherr-Realschule  Neunburg v.Wald

Der Preis im Bereich „Soziokultur und ästhetisch-künstlerisches Handeln“ ging an die 18 Schülerinnen und Schüler der Gregor-von-Scherr-Schule Neunburg vorm Wald. Mit Unterstützung der Rektorin Diana Schmidberger haben sie das Projekt „Spitalkirche Neunburg – Erlebnisraum-Lichtraum-Denkraum“ auf die Beine gestellt und die gotische, profanierte Kirche wieder ins öffentliche Bewusstsein der Stadt gerückt. Unter anderem hat die Projektgruppe eine Kunstinstallation in der Kirche gezeigt und eine Tanzperformance aufgeführt. Außerdem wurden zahlreiche Kooperationspartner wie die Stadt Neunburg oder der Rotary Club Oberpfälzer Wald/Oberviechtach gefunden, die nun für eine langfristige Nutzung der Spitalkirche zusammenarbeiten.

Die Teeniegruppe Berngau, Preisträger im Bereich „Soziokultur“ mit Bezirksrätin Gabriele Bayer, Bezirkstagspräsident Franz Löffler,  Wolfgang Wild , Bürgermeister Berngaus (v.re.n.li), sowie Philipp Seitz, Vorsitzender des Bezirksjugendrings Oberpfalz (g.li.) und Albert Deß, MdEP (hintere Reihe  2.v.re.)

Mut zu einem komplexen gesellschaftskritischen Thema bewiesen die Jugendlichen im Alter von 10 – 14 Jahren der „Teeniegruppe im Generationennetzwerk Berngau“ mit ihrem eigenen Kurzfilm „Teenies mobben nicht“. Seit 2012 besteht diese Gruppe aus bis zu 20 Jugendlichen, die sich einmal pro Woche treffen, um eigenständige Projekte für das Generationennetzwerk zu planen und umzusetzen. Veranstaltet wurde zum Beispiel ein Theaternachmittag mit Senioren. Außerdem hat die Gruppe an einem Imagefilm für die Gemeinde mitgearbeitet. Die Auswahl lobte die Bandbreite der vielseitigen Aktionen, die „den gesellschaftlichen Zusammenhalt verbessern.“

„Freundschaft und Liebe zum gemeinsamen Musizieren verbindet uns“, schrieb das junge Vokalensemble „Vox Aeterena e.V.“ in der Bewerbung. Genau diese schon fast spirituelle Kraft vermittelte der diesjährige Preisträger im Bereich „ästhetisch-künstlerisches Handeln“ bei der musikalischen Umrahmung des Festakts im Schlosssaal des Alten Schlosses Nabburg.

Aus Termingründen konnten zwar nur fünf Sängerinnen und Sänger des eigentlich zwölfköpfigen Ensembles an der Preisverleihung teilnehmen, das tat aber der hervorragenden musikalischen Qualität der Darbietung keinen Abbruch. Das Repertoire von Klassik bis Popmusik wurde in stimmlicher Klarheit und einfallsreichen Arrangements dem begeisterten Publikum zu Gehör gebracht. Die sichtbare Freude, mit der „Vox Aeterna“ den vielstimmigen Chorgesang sehr differenziert einsetzte, machte den Zuhörern besonders gute Stimmung. Bemerkenswert fand die Jury das Engagement der Vokalensembles in Benefizkonzerten zugunsten sozialer Einrichtungen. Und auch die Zielstrebigkeit der Chormitglieder am künstlerischen Können weiter zu arbeiten, stach der Jury ins Auge. 2016 wurde das Ensemble für einen Meisterkurs der King’s Sisters, einem der weltweit besten Vokalensembles, ausgewählt. Das Preisgeld soll ebenfalls für die musikalische Weiterbildung verwendet werden.  

Kulturreferent und Bezirksrat Thomas Gabler konnte abschließend feststellen: “Sowohl der Bezirk Oberpfalz wie auch die Preisträger haben mit dieser Auszeichnung ein Signal gesetzt für kulturelle Glanzleistungen und das soziale Miteinander in der Oberpfalz!“