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Zusammenarbeit weiter stärken

Der Ort der Besprechung war bewusst gewählt: Das Pilsener Wissenschaftszentrum Techmania bot am vergangenen Freitag den Rahmen für ein Gespräch zwischen dem bayerischen Kultusstaatssekretär Bernd Sibler, dem Oberpfälzer Bezirkstagspräsident Franz Löffler und dem neuen Pilsener Hauptmann Josef Bernard. Im Mittelpunkt des Treffens stand dementsprechend die grenzüberschreitende Bildung. Beide Seiten waren sich einig, dass besonders im Bereich der Sprachschulung, aber auch hinsichtlich der sich wandelnden Arbeitswelt noch weiterer Entwicklungsbedarf besteht. Obgleich in den vergangenen 27 Jahren gemeinsam viel erreicht worden sei, müsse man nun dafür sorgen, auch weiterhin im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Entscheidend ist hierfür nach Ansicht von Bezirkstagspräsident Franz Löffler vor allem das Thema Industrie 4.0, das nicht an der Grenze halt mache. „Wir müssen die Auszubildenden und Studierenden, aber auch die bestehenden Fachkräfte im Blick haben. Sie benötigen das erforderliche Fachwissen, damit sie in der digitalen Welt zurechtkommen“, so Löffler. Diese Meinung teilte auch Gastgeber Josef Bernard, der zudem seine Vision eines bayerisch-tschechischen Dorfes beschrieb, in dem man gemeinsam arbeite und lebe.

Zentrale Voraussetzung für die weitere Intensivierung der grenzüberschreitenden Beziehungen ist jedoch die Sprache. Staatssekretär Sibler gab bekannt, dass man seitens des Kultusministeriums in diesem Bereich noch stärker aktiv werden wolle und im Sommer 2017 einen bayerisch-tschechischen Sprachgipfel in Niederbayern einberufen werde. Auch allgemein soll der Bildungsaustausch angeregt werden. „Die Oberpfalz nimmt hier bereits eine Vorbildfunktion ein, insbesondere was die berufliche Bildung betrifft“, so Sibler. Als „Hausaufgabe“ nahm er sich aus der Besprechung mit, den grenzüberschreitenden Austausch verstärkt in den Blick zu nehmen.

Einigkeit bestand unter den Gesprächsteilnehmern allerdings auch darin, dass eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit nicht ohne eine Erweiterung und Modernisierung der bestehenden Infrastruktur erfolgen kann. Insbesondere die Bahnverbindung München – Prag ist nach Ansicht von Josef Bernard dringend ausbaubedürftig. Er wies darauf hin, dass man aktuell mit sechs Stunden Fahrzeit genauso lange brauche wie vor 150 Jahren. Ebenso bedürfen die Straßenverbindungen zwischen der Oberpfalz und Pilsen eines Ausbaus, um mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt halten zu können. Löffler wies in diesem Kontext auf die guten Handelsbeziehungen zwischen beiden Seiten hin: „Die Tschechische Republik ist für Bayern der drittwichtigste Handelspartner bei der Einfuhr und der siebtwichtigste Partner bei der Ausfuhr“.

Eine bayerisch-tschechische Eisenbahnkonferenz in Furth im Wald soll dazu beitragen, den Schienenausbau zwischen beiden Ländern weiter zu forcieren. Bernard und Löffler wollen sich zum Thema Infrastruktur, aber auch untereinander verstärkt austauschen. Für März ist ein Gegenbesuch Bernards in Regensburg geplant, bei dem vor allem infrastrukturelle Fragen auf der Agenda stehen werden. 

Hintergrundinformation:

Techmania ist ein modernes Wissenschaftszentrum, das zahlreiche Experimente zu Wissenschaft und Technik sowie hunderte interaktive Exponate bietet und speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet ist. Es möchte wissenschaftliche Sachverhalte anschaulich vermitteln und so die Begeisterung und das Interesse an den Naturwissenschaften fördern. Seit November 2013 verfügt Techmania zudem über das erste 3D-Planetarium der Tschechischen Republik, das zugleich mit einem 3D-Kino gekoppelt ist. Dreisprachig in Tschechisch, Deutsch und Englisch ausgerichtet, ist die Einrichtung auch für Besucher und Schulgruppen aus Bayern interessant, zumal deutschsprachige Führungen möglich sind.