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Revolution für die Blasmusikwelt

SCHÖNACH (Landkreis Regensburg). Das Konstruktionsbüro Hofer in Schönach hat ein neuartiges Ventil für Blasinstrumente entwickelt, das einen zentralen Fortschritt für den Instrumentenbau bedeutet. Der Bau des Prototyps einer Trompete mit eben diesem Ventil wurde durch die Förderung mittels eines Innovationsgutscheins (ein Technologieförderprogramm für innovative Produkte) ermöglicht. Unterstützt wurde das Konstruktionsbüro Hofer durch die Förderberatung des neu eingerichteten Beratungsbüros Oberpfalz.

„Was Innovation auch bei kleinsten Betrieben bedeutet, wird an diesem Beispiel eindrucksvoll deutlich“, begann der Bezirkstagspräsident Löffler seine Begrüßung an das musikinteressierte und politische Publikum im Pfarrheim der Gemeinde Schönach. Dort konnte eine besonders interessante Darbietung eines neuartigen Ventils für Blasinstrumente präsentiert werden.

Löffler betonte, dass die Schaffung und Sicherung hochwertiger Arbeitsplätze für qualifizierte Fachkräfte und Hochschulabsolventen nur möglich sei, wenn der Mittelstand innovativ bliebe. Bei den Forschungs- und Entwicklungsprojekten könnten kleine und mittelständische Unternehmen auf zahlreiche Technologieförderprogramme zurückgreifen. „Innovation findet auch in kleinen Betrieben und im Handwerk statt. Sie müssen nur unterstützt werden. Dafür bilden die beiden Technologie- und Netzwerkmanager die optimale Schnittstellenfunktion zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und den Fördermittelgebern.“, konstatierte Löffler.

Am 01. Januar 2016 hat der Technologie- und Netzwerkmanager Michael Zankl in dem Beratungsbüro in Cham, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat offiziell seine Arbeit im Rahmen des Entwicklungsgutachtens für den bayerisch-tschechischen Grenzraum aufgenommen. Ziel des Büros ist es, die Innovationstätigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen anzuregen und diese bei der Antragstellung und Umsetzung von Fördermittelanträgen zu unterstützen.

Die Schnittstellenfunktion der Beratungsbüros attestierte Zankl auch dem Erfinder des Blasinstrumentenventils, Herrn Franz Hofer: „Die Idee des revolutionären Ventils hat sich nur deshalb bis zu einem ausgereiften Prototypen entwickelt, weil Hofer zum einen ein hervorragender Konstrukteur ist und zum anderen ein sehr passionierter Musiker.“

Der Kontakt zu Herrn Hofer entstand über eine Firma, die Zankl über Technologieförderprogramme beriet und zu der Hofer Geschäftsbeziehung hatte. Zankl hörte von der Idee Hofers und stellte sofort die Verknüpfung zu den Innovationsgutscheinen als mögliche Förderung her: „So wie viele Mittelständler wusste auch Herr Hofer nichts von den Fördermöglichkeiten im Technologiebereich. Gerade die Innovationsgutscheine eignen sich aufgrund der relativ unbürokratischen und schnellen Antragstellung für Betriebe bis zu 50 Mitarbeitern hervorragend“, stellte Zankl heraus. Mit den Innovationsgutscheinen können bis zu €75.000 für derartige externe Entwicklungsleistungen gefördert werden – und das mit einem Fördersatz von bis zu 60%.

Als Konstrukteur konnte der Erfinder das Ventil zwar selbst im 3D-CAD-Programm zeichnen, jedoch war ihm die kostspielige Herstellung des Prototyps vorerst zu riskant. „An diesem Prototyp wurde die Mechanik der Drehventile an Blasinstrumenten vollständig überarbeitet und jedes bisherige technische Detail auf den Prüfstand gestellt.“, erklärte Hofer. „Die innere Reibung wurde um mehr als das zehnfache reduziert, der Luftstrom perfektioniert. Durch ein völlig neuartiges Drückerhebelwerk konnte der Weg der Drücker, den man zum Spielen mit den Fingern betätigt, im Vergleich zu bisherigen Instrumenten auf die Hälfte reduziert werden.“, so der pfiffige Erfinder.

Die Trompete wurde als ausgewähltes Instrument für den Prototypenbau herangezogen. Der Bläser habe mit dem Instrument ein völlig neuartiges Spielgefühl in Verbindung mit leichter und direkter Ansprache des Tons, was wiederum schnelle Tonwechsel mit exakter, abgegrenzter Klarheit ermögliche. Dieses System könne bei sämtlichen Blasinstrumenten, wie z.B. ein Waldhorn, Tenorhorn, Bariton und Tuba verbaut werden und läute damit eine neue Ära im Bau von Blasinstrumenten ein. Hofers Vision ist eine „völlige Neuorientierung in der Blasinstrumenten-Szene“.

Die verschiedenen Bauarten von Trompeten wurden den Anwesenden von den erstklassigen Profimusikern Christian Höcherl aus Hofdorf und Siegfried Hirtreiter aus Parkstetten erklärt. Durch abwechselndes Spiel mit einer konventionellen Trompete und der neuen Erfindung, wofür ein Antrag auf Erteilung des Patents gestellt ist, wurden die Unterschiede verdeutlicht.

Mit dieser ersten Prototyp-Trompete würde bereits auf Anhieb die Tonqualität teurer Profiinstrumente erreicht und die mechanischen Eigenschaften erheblich verbessert. Dennoch will der Erfinder und Konstrukteur, Franz Hofer, weitere Entwicklungsarbeit mit Drehventilen unterschiedlicher Werkstoffe leisten, um die Klangfarbe der Instrumente auf die persönlichen Wünsche jedes Bläsers perfekt abstimmen zu können. Nach und nach würden nun die Mechaniken für weitere Blasinstrumente mit Drehventilen entwickelt, um den Fortschritt weiter in Gang zu bringen. Es bleibt spannend abzuwarten, welche Wellen diese innovative Revolution im Instrumentenbau schlagen wird.

Beratungsbüro

Ziel der vielfältigen Aktivitäten der zwei Technologie- und Netzwerkmanager ist der Ausbau der grenzüberschreitenden Vernetzung, insbesondere zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Dies soll durch Kontaktvermittlung und die Umsetzung von Projekten zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Grenzraums sowie durch eine entsprechende Förderberatung erfolgen. Geeignete Forschungs- und Entwicklungsprojekte müssen auf neue Produkte, Verfahren oder technische Dienstleistungen abzielen, die mit ihren Funktionen, Parametern oder Merkmalen den bisherigen Stand der Technik übertreffen.
Das Beratungsbüro Oberpfalz ist vom Bayerischen Staatministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat finanziert.

Interessierte können sich jederzeit an die beiden Beratungsbüros wenden:

Ansprechpartner

Michael Zankl (in Cham für die südliche Oberpfalz)

Mobil: +49 151 21 43 84 03
michael.zankl@bezirk-oberpfalz.de
 

Lucie Valentová (in Weiden für die nördliche Oberpfalz)

Mobil: +49 151 74 11 56 74

lucie.valentova@bezirk-oberpfalz.de