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Bezirk Oberpfalz zeichnet Norbert Neugirg mit der Bezirksmedaille aus

REGENSBURG. Bezirkstagspräsident Franz Löffler würdigte in einem Festakt die Verdienste des „Altneihauser Feierwehr“-Kommandanten Norbert Neugirg um die Oberpfalz mit der Bezirksmedaille, die höchste Auszeichnung, die der Bezirk zu vergeben hat.  „Als besondere Persönlichkeit gehören Sie unzweifelhaft zu den besten Repräsentanten der Oberpfalz“, sagte Löffler im Alten Festsaal des Bezirks Oberpfalz und lenkte in seiner Laudatio den Blick auf Neugirg auch als Autor, Kulturmanager, Schauspieler und Fernseh-Moderator.

Der in Windischeschenbach (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) lebende Neugirg war bereits in seiner Jugendzeit Mitglied in einer Jugendblaskapelle und in der Freiwilligen Feuerwehr. Dieser biografische Hintergrund mündete in seine Zeit als LKW- und Ommnibusfahrer, wo er in den Wartezeiten Reime und Gedichte verfasste und deren Wirkung an den Busreisenden ausprobierte. Als Vorbild nennt Neugirg Karl Valentin, er selbst bezeichnete sich kürzlich in einem Interview als Gaukler. Mit der Rolle des  Kommandanten der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ begann der künstlerische Aufstieg, so dass mit der „Organisation der Gruppe die Zeit als Hobby- oder Freizeitgaukler bald vorbei war“, sagte Bezirkstagspräsident Löffler. Bundesweite Bekanntheit errang „der Haufen“, so Neugirg selbst, durch die festen Auftritte bei „Fastnacht in Franken“, der zuschauerkräftigsten BR-Fernsehsendung überhaupt.

 „Sie greifen in ihren Texten auch immer wieder Klischees und Stereotypen über die Oberpfalz und ihre Bewohner auf und führen diese ad absurdum“, so Löffler. Neugirg dürfe dadurch als herausragender Botschafter der Region und würdiger Preisträger der Bezirksmedaille gelten.

In seinem Dank zeigte Neugirg die Meisterschaft seiner Fabulierkunst. Er begann mit dem Rat an den Bezirk Oberpfalz einmal seine Postversand-modalitäten zu überprüfen („Bevor der Brief am Nachmittag ankam, hat meine Frau die Nachricht am Vormittag schon in der Zeitung gelesen“), nahm dann Bezug auf eine Bibelstelle, die ihm angesichts der Auszeichnung nicht mehr aus dem Sinn ging („Herr vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“), legte an Tempo zu, als jede im Bezirkstag vertretene Partei durch scharfe Pointen ihr Fett abbekam, und erklomm abschließend den Gipfel seines Danks mit den Worten: “Nachdem also wirklich alle Parteien im Bezirkstag einstimmig beschlossen hatten, mir den Preis zu verleihen, konnte ich nichts mehr tun, dieser Auszeichnung zu entgehen.“

Bezirkstagspräsident Franz Löffler nahm diesen besonderen Dank als Bestätigung der richtigen Wahl des Preisträgers: „So einer hat uns für die Bezirksmedaille wirklich gefehlt.“

Neugirg ist tatsächlich der erste Kabarettist, der die Bezirksmedaille erhalten hat. Die Auszeichnung wird seit 1977 in unregelmäßigen Abständen vergeben. Die ausgezeichneten Persönlichkeiten kommen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Die Auszuzeichnenden werden vom Bezirkstag der Oberpfalz bestimmt, deren Anzahl darf 50 lebende Personen nicht übersteigen.

Diese Bestimmung nahm Neugirg mit der Frage aufs Korn, ob er sich um sein Leben sorgen müsse, falls sein Platz als Medaillenträger eventuell schon bald für einen Nachfolger gebraucht werde. Bezirkstagspräsident Franz Löffler versicherte ihm  schmunzelnd:„Bei der aktuellen Anzahl von 28 lebenden Medailleninhabern ist noch Luft nach oben und Sie haben bestimmt genügend Zeit für ein langes Leben.“

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